Es ist der 31. März. Und ich habe diesen Monat exakt null Beiträge geschrieben.
Dabei hatte ich Pläne. Wirklich! Themenlisten, Notizen, passende Fotos und halbfertige Gedanken zwischen Wäschebergen, Spucktüten und Einschlafbegleitung. Ich sah mich schon mit einer Tasse Tee am Laptop sitzen – produktiv, wach, inspiriert.
Stattdessen habe ich diesen Monat vor allem eines gemacht: als Mama funktioniert. Tagein, tagaus.
Denn irgendwo zwischen „Kinder und Karriere unter einen Hut bekommen“ und einem Alltag aus schlaflosen Nächten, Arztterminen und ständigem Improvisieren liegt die Realität. Und die ist… sagen wir mal: ausbaufähig.
Kinder und Karriere: Wenn Pläne auf Realität treffen
Kaum denkt man, jetzt läuft’s – kommt das Leben dazwischen. Bei uns waren es konkret: Zweimal Magen-Darm und Streptokokken, wiederkehrende Migräneattacken (vermutlich nicht ganz unbegründet), erste Heuschnupfenanfälle und dann auch noch Nierensteine – bei unserer Dreijährigen.
Nächtliche Besuche vom Bereitschaftsdienst wegen Fieber und Bauchschmerzen und ein Ausflug in die Notaufnahme, weil Lara bereits in den ersten fünf Minuten auf dem Spielplatz unglücklich gestürzt ist. Es blieb beim sprichwörtlich blauen Auge. Immerhin.
Außerdem der Kindergeburtstag unseres Schulkinds und die Vorbereitungen auf ihre Kommunionfeier.
Und irgendwo dazwischen: ich – mit meinen eigenen Verpflichtungen und Bedürfnissen.
Alleine unter der Woche, weil der Papa in Österreich arbeitet und nur am Wochenende zu uns pendelt. Was ein bisschen verklärt romantisch klingt, ist im Alltag vor allem eines: ein ziemlicher Balanceakt.
Arbeiten als Mutter: Warum es im Alltag oft nicht funktioniert
Geistige Arbeit braucht Zeit. Und Ruhe. Ohne innerlich schon wieder einen Plan schmieden zu müssen, wie man seinem bockigen Kleinkind das ungeliebte Antibiotikum gegen die Blasenentzündung verabreicht oder ihm die nächste Urinprobe am geschicktesten entnimmt.
Diese Zeit gibt es im trubeligen Familienalltag aber oft nicht.
Tagsüber? Ein Kind krank zuhause, ich müde – dazwischen Pflichttermine, Arztbesuche, Organisation des Kindergeburtstags, Kitaausfälle und Schulferien.
Abends? Ein völlig durcheinandergebrachter Schlafrhythmus wegen der Zeitumstellung… und das Argument: „Aber Mama, es ist noch nicht Abend. Es ist doch noch hell!“ Kinderlogik…
Feierabend als Mama? Gibt’s nicht
Wenn dann endlich alle im Bett liegen – mal still, mal laut schnarchend, aber friedlich – sitzt man da und merkt: Man selbst kann nicht mehr.
Der Kopf dröhnt, die Augen brennen, und selbst mit dem fünften Kaffee schafft man es kaum noch, die Augen offen zu halten – geschweige denn, noch etwas Sinnvolles zu schreiben.
Eigentlich möchte man nur noch eines: selbst ins Bett fallen.

Trotzdem setzt man sich manchmal noch an den Tisch. Klappt den Laptop auf und fängt an zu tippen. Nicht, weil man noch Energie hätte – sondern weil man weiß, dass es sonst einfach keine Zeit dafür gibt.
Doch es gibt sie noch, diese kleinen Fenster: Zwei gesunde Kinder! Niemand weint! Niemand hat Fieber! Niemand hat Geburtstag. Keine Termine, keine zusätzlichen To-dos.
Und genau dann beginnen die Schul- oder Kitaferien.
(Un-)Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Dass es schwierig werden würde, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, war mir als ehemaliges Au-pair schon vor unseren Kindern bewusst. Vielleicht habe ich meinen Kinderwunsch auch genau deshalb so lange hinausgezögert.
Doch wie schwer Vereinbarkeit von Beruf und Mutterschaft tatsächlich ist, habe ich erst mit dem zweiten Kind wirklich verstanden.
Mit unserer ersten Tochter und mit Hilfe meines Partners klappte es noch ganz gut, im Job weiterzuarbeiten. Neben meiner Teilzeitbeschäftigung arbeitete ich weiterhin als freie Journalistin.
Bis Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte. Doch ich hatte auch weiterhin gut zu tun und schaffte es sogar, nebenher zu dritt auf engem Raum und trotz Ausgangssperre zu schreiben – bis zum Ende der zweiten Schwangerschaft.
Denn obwohl wir mit Alina ein Anfängerbaby hatten, merkte ich schnell: Mit zwei Kindern, einem Partner mit Anwesenheitspflicht im Job und ohne fremde Unterstützung war es schwierig, meine beruflichen Ziele weiterzuverfolgen.
Kinder und Karriere: Geht das?
Manchmal ja. Aber eben nicht immer. Und selten ohne Unterstützung oder Fremdbetreuung.
Es gibt einfach Phasen, in denen die Arbeit pausieren muss, weil ein Kind mehr Zeit, Aufmerksamkeit und Energie von einem braucht. Genau so sieht die Realität aus, wenn man versucht, Kinder und Karriere miteinander zu vereinbaren.
Also ja: Dieser Blogbeitrag vom 31. März ist der erste (und letzte) des Monats.
Nicht perfekt, nicht lang geplant, nicht an einem ruhigen Vormittag entstanden – sondern mitten aus dem echten Leben heraus. Begleitet vom Geräusch der Spülmaschine, zwischen Wäschebergen und „Mama“-Rufen von Kindern, die um 22 Uhr einfach noch nicht einschlafen wollen.
Und nach einem obligatorischen Espresso kurz vor Mitternacht, damit mir beim Schreiben nicht die Augen zufallen.



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