Tanzen mit Baby – Nähe, Bindung, Sprachentwicklung

Sofa im Hintergrund, Frau in legerer Kleidung mit Baby auf dem Arm beim tanzen, beide lächelnd

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Also ich kann ja absolut nicht tanzen, habe nie einen Tanzkurs gemacht und kann keinen einzigen vorführtauglichen „Tanzmove“. Aber was ich kann; intuitive Bewegung und mich ganz und gar auf Musik einlassen. Ohne viel Nachdenken, ohne dass ich dabei etwas können oder es gut aussehen muss, bin ich sehr begeisterungsfähig wenn es um Melodien und Beats geht. Ganz und gar bei mir, in meinem Körper und in dem Moment sein; das möchte ich an mein Baby weitervermitteln.

Schon über einfache Bewegungen – wie Schaukeln, Wiegen und Wippen im Takt, freut sich mein Baby sehr. Wir haben ein gemeinsames Morgenritual, dass wir als erstes in der Früh im Bett zusammen ein Lied anhören, etwas für Kinder, was sich reimt. Dazu singe ich es ihm vor und wir bewegen seine kleinen Hände und Füße, Arme und Beine passend im Rhythmus der Musik. Das schafft in meinen Augen, Bindung, Vertrauen und ein gutes Körpergefühl und wir freuen uns jeden Tag auf ein Neues darüber gemeinsam in den Tag zu starten.

Später am Tag tanzen wir auch auf meinem Arm zusammen, zu einer Musik, die mich zum Bewegen anregt. Das kann beim Kochen sein, nach seinem Mittagsschlaf oder wenn ich einfach fühle, dass uns das beiden gerade guttut. Tanzen mit Baby ist so wertvoll, weil es die Sinne aktiviert und sich ausgleichend auf unser Nervensystem auswirkt. Wenn ich mich gestresst fühle, bauche ich oft gar keine Ruhe von meinem Baby, sondern einen Ausgleich mit meinem Baby. Die rhythmische Stimulation wirkt regulierend und entspannend, und fördert dazu Sinn für Balance und positive Körperwahrnehmung, sowie die emotionale Bindung zueinander durch die Nähe und das gemeinsame Erleben.

Bindung & Sprachentwicklung

Tanzen mit Baby ist weit mehr als „einfach nur“ Bewegung. Es stärkt Körper und Geist, unterstützt die hormonelle Balance nach der Geburt, die Rückbildung und die frühkindliche Sprach- und Hörentwicklung. Musik, Rhythmus und Bewegung schaffen Nähe, Vertrauen und mitunter echte Glücksmomente.

Bewegung zur Musik, wie sanftes Wiegen, Schaukeln, rhythmisches Klatschen und koordinierte Schritte, auf dem Arm der Eltern, fördert bereits bei Säuglingen erste motorische Fertigkeiten und auditive Grundfähigkeiten, wie Rhythmus und Taktgefühl. Frühe musikalische Bewegungsinteraktion hilft, Aufmerksamkeit auf die Grundlagen der Sprach- und Kommunikationsentwicklung zu legen. Rhythmusmuster und ein Gefühl für Melodien sind eng mit den melodischen Aspekten der Sprache verknüpft. Eltern-Kind-Tanz stärkt zudem Bindung und gegenseitige Aufmerksamkeit – wichtige Basis für das spätere Sprechenlernen und der Freude an Kommunikation, gemeinsames Erleben und Verständnis füreinander.

Studien zeigen, dass frühkindliche Rhythmuserfahrung neuronale Netzwerke stärkt, welche später für Sprachverständnis und Kommunikation wichtig sind.

Es ist also wissenschaftlich belegt, dass Tanzen wertvolle Effekte für Körper, Geist und Sprache hat und das Kind profitiert nachweislich durch verbesserte Koordination, Ausdauer und Muskelkraft. Und wenn man früh damit anfängt bei dem Kind eine positive Prägung zu hinterlassen, was Freude an der Musik angeht, kann es meiner Erfahrung nach etwas Tolles und Nachhaltiges für das Ganze spätere Leben sein.

Sofa im Hintergrund, Frau in legerer Kleidung mit Baby auf dem Arm beim tanzen, beide lächelnd
KI-generiertes Bild, erstellt mit OpenAI

Das Tanzen setzt Glücksgefühle frei

Aber ich will hier nicht behaupten, dass ich das nur für mein Baby mache. Ich selbst brauche das; um Stress und Anspannung loszulassen und wieder bei mir und im Moment anzukommen. Es unterstützt die postnatale Regeneration. Was weniger Erschöpfung, besseren Schlaf und ein stabileres emotionales Gleichgewicht zur Folge haben kann.

Beim Tanzen mit meinem vier Monate alten Kind werden Glückshormone wie Endorphine und Dopamin ausgeschüttet, die meine Stimmung und mein generelles Wohlbefinden verbessern. Durch den engen Körperkontakt mit meinem Säugling beim Tragen steigt zusätzlich das „Bindungshormon“ Oxytocin, das Stress abbaut und die Mutter-Kind-Beziehung stärkt. Zudem führt es auch noch zu guter Muttermilch-Versorgung.

Tanzen verbindet Bewegung, Musik und soziale Synchronie und ist somit eine besonders starke Kombination zur Stressregulation. Depressive Symptome, die nach der Geburt manchmal da sind, können reduziert werden. (Aber such dir bitte Hilfe, wenn es dir nicht gut geht. Man kann und muss natürlich nicht alles alleine wegtanzen.)

Bewegung nach der Geburt

Sanftes Tanzen ist ein idealer Einstieg, um nach der Geburt wieder aktiv zu werden, ohne Leistungsdruck.

Sicher für dein Baby und dich muss es natürlich sein. Deswegen sollt man mit kurzen Einheiten, einem Lied, welches ein paar Minuten geht, starten und dabei sein Baby genau im Auge behalten.

Wenn dein Baby dich anlächelt, froh und aufmerksam bei der Sache ist, werdet ihr beide Spaß dabei haben. Der Kopf deines Kindes sollte zu jeden Zeitpunkt stabil gehalten und geschützt werden, du kannst ein Tragetuch bzw. eine geeignete Babytrage nehmen, oder dein Baby in deinen Armen und Händen halten. Achte auf eine gute, schützende Haltung, die auch deinem Körper Entspannung bringt.

Sanftes Tanzen fördert den Kreislauf, stärkt Beckenboden und Körpermitte und bringt Freude in den Alltag.

Tanzen in der Schwangerschaft als Vorbereitung auf das Baby

Schon in der Schwangerschaft kann Tanzen Körper und Geist positiv beeinflussen. Angepasst an das jeweilige Trimester und das eigene Empfinden erleichtert Freude an Musik so manche Stunde mit Kugelbauch.

Es wurde eindeutig festgestellt, dass Tanzen während der Schwangerschaft sicher und förderlich ist. Moderates Tanzen soll sogar das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes senken, Rückenschmerzen reduzieren und die Geburtsvorbereitung erleichtern. Das Tanzen mit Musik trainiert Beckenbeweglichkeit, Atmung und Körperbewusstsein, was alles wertvolle Grundlagen für Geburt und Rückbildung und das baldige Leben mit dem Baby sind.

Tanzen als Paar – Nähe neu entdecken

Wenn das Baby da ist, bleibt weniger Zeit für Zweisamkeit. Tanzen als Paar kann helfen, diese Verbindung wieder zu spüren: Nähe, non-verbale Kommunikation und gemeinsamer Rhythmus fördern Empathie und Vertrauen.

Studien zeigen, dass gemeinsames Tanzen messbar zur Ausschüttung von Oxytocin beiträgt und Stresshormone senkt.

Ein gemeinsames Tanzritual, auch zu Hause im Wohnzimmer, kann Wunder wirken für die Beziehung. Das Zusammenspiel von Musik, Bewegung und dem Kontakt zu der geliebten Person kann die Ausschüttung von stimmungsaufhellenden, Neurotransmittern und Hormonen wie Dopamin und Endorphine fördern.

Rhythmische, sichere soziale Interaktionen fördern Gefühle von Sicherheit und Verbundenheit, welche meines Empfindens nach essenziell sind, um gut für sein Kind sorgen zu können.

Musik und Nähe

Tanzen mit Baby ist gelebte Lebensfreude und für mich persönlich das Schönste auf der Welt. Denn es bringt intensive Bindung, sanfte Rückbildung und Frühförderung in einem. Du brauchst keine Choreografie, nur Musik, die dich etwas fühlen lässt, etwas Platz und dein geliebtes Kind auf dem Arm. Jeder Ton, jeder Takt stärkt eure Verbindung.

Mach dein Lieblingslied an und bewege dich frei dazu und wiege dein Baby im Takt. Nutze Handklatschen- und Schaukelspiele zur Förderung von Rhythmusgefühl.

In den ersten Lebensmonaten deines Babys reichen kurze Rituale mit Musik und Bewegung, um einen großen Mehrwert mit sich zu bringen. Such dir also deine Lieblingsmusik, nimm dein Baby in die Arme und bewegt euch gemeinsam – dein Körper, dein Nervensystem und dein Herz werden es dir danken. Vielleicht entsteht dadurch ja auch ein neues Tanzritual, ganz für dich.

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