Mit der Schwangerschaft kommen viele Fragen – und eine der häufigsten ist: Was darf ich eigentlich noch trinken?
Die gute Nachricht: Die meisten Getränke des Alltags sind problemlos. Nur bei einem gibt es keine Diskussion.
Wasser: ja, und zwar viel
Mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich – bei Hitze oder sportlicher Aktivität mehr. Stilles Wasser ist ideal, Mineralwasser mit Kohlensäure ist ebenfalls unbedenklich. Wer es abwechslungsreicher mag: Wasser mit frischer Minze, Gurke oder einem Spritzer Zitrone ist eine erfrischende Alternative.

Kräutertees: kommt drauf an
Viele Kräutertees sind unbedenklich, aber nicht alle. Erlaubt und wohltuend in der Schwangerschaft sind zum Beispiel:
- Ingwertee (hilft gegen Übelkeit)
- Pfefferminztee (in Maßen)
- Rooibostee (koffeinfrei, mild)
- Himbeerblättertee (ab dem 3. Trimester bzw. der 37. Woche zur Geburtsvorbereitung, wenn er dir schmeckt und am besten nach Rücksprache mit deiner Hebamme)
Vorsicht bei: Salbei, Brennnessel in großen Mengen, Lakritzwurzel und Kräutern mit möglicher wehenfördernder Wirkung. Im Zweifel: kurz mit der Hebamme oder dem Frauenarzt abklären.
Kaffee und schwarzer Tee: in Maßen okay
Koffein ist nicht verboten – aber die Menge zählt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Koffeinkonsum auf maximal 200 mg pro Tag zu begrenzen. Das entspricht etwa einer Tasse Filterkaffee. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, steigt auf entkoffeinierten Kaffee oder Getreidekaffee um.
Fruchtsäfte und Smoothies
Ja – aber auf Pasteurisierung achten. Frisch gepresste Säfte aus dem Café oder vom Markt können rohe Bestandteile enthalten, die in der Schwangerschaft ein Risiko darstellen. Fertige Säfte aus dem Supermarkt (pasteurisiert) sind unbedenklich.
Smoothies zu Hause selbst machen? Sehr gerne – einfach frisches, gut gewaschenes Obst verwenden.
Alkohol: kein Tropfen!
Hier ist die Antwort eindeutig: Es gibt keine sichere Menge Alkohol in der Schwangerschaft.
Alkohol gelangt über die Plazenta direkt zum ungeborenen Kind – das noch keine Möglichkeit hat, ihn abzubauen. Auch kleine Mengen können das Risiko für Entwicklungsstörungen erhöhen. Die Folgen – zusammengefasst unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) – sind dauerhaft und nicht heilbar.
Das klingt streng. Aber es ist auch eine Einladung: Die Schwangerschaft ist eine gute Gelegenheit, Lieblingsgetränke neu zu entdecken. Alkoholfreie Alternativen sind heute so vielfältig wie nie – von Mocktails über alkoholfreien Sekt bis zu aufregenden Kräutermischungen.
Der Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft kann aber auch ein großer Meilenstein für die Gesundheit sein, um den „gewohnten“ Alkohol komplett aus deinem Leben zu streichen. Wir sollten nicht vergessen, dass Alkohol eine der gefährlichsten Drogen ist – ganz gleich wie alltäglich und wie tief diese psychoaktive Substanz in unserer Kultur verankert ist.
Auf einen Blick
| Getränk | In der Schwangerschaft |
|---|---|
| Wasser | ✅ Viel trinken! |
| Kräutertee (ausgewählt) | ✅ Ja, je nach Sorte |
| Kaffee / schwarzer Tee | ⚠️ Max. 200 mg Koffein/Tag |
| Fruchtsäfte (pasteurisiert) | ✅ Ja |
| Alkohol | 🚫 Kein einziges Glas |
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen zur Schwangerschaft sprich bitte mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt.



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