Wie soll man das vorher schon wissen?

Heute morgen saß ich gemütlich ein einem Café. Mittlerweile habe ich Latte Macchiato für mein schwangerschaftliches Ich entdeckt. Schmeckt nach Kaffee aber doch leichter und cremiger, aber der – sonst so wohltuende – Kaffeegeruch vermiest mir den Genuss nicht. Am Nebentisch gaben sich verschiedenste Grüppchen und Paare die Stühle in die Hand. Ganz zum Schluß zwei Frauen, offensichtlich Arbeitskolleginnen, die sich zu Tee und Prosecco trafen – um auf das kleine Baby im Arm der einen anzustoßen. Die Unterhaltung kreiste um die Arbeit: Wie abgefahren die Weihnachtsfeier wieder sein würde, der neueste Tratsch im Team und wie herzlich sich die Vorgesetzten doch vor dem Mutterschutz verabschiedeten hatten und wie sehr sie sich schon auf ein Wiedersehen freuen würden.

Jetzt weiß die ganze Arbeit Bescheid

So, jetzt wissen also alle in der Arbeit Bescheid. Zumindest alle in der Chefetage. Der Senior wirft mir keine grimmigen Blicke wegen der Beule am Auto mehr zu. Die Seniorin fragt alle paar Tage: “Spürn’s scho wos?” bevor sie mich tadelnd ansieht und fragt, wann ich denn endlich die nächste Rechnung an den Bauherren schreiben werde. Und der Junior hat mir überschwänglich gratuliert und meinte, man sehe ja noch gar nichts. Er kenne sich  aus, schließlich sei er selbst vor nicht allzulanger Zeit Vater geworden (das Kinderzimmer in der Architekturabteilung im 2. Stock, das mit kuscheligen Schaukelschafen und anderen stylischen Kinderprodukten ausgestattet wurde, ist nach Monaten natürlich noch unbenutzt).