
Wenn man das Internet durchsucht, findet man tausende von Videos in denen Frauen ihren Männer auf schöne und manchmal auch witzige Weise die frohe Nachricht der Schwangerschaft überbringen. Da gibt es welche die Luftballons in Babyform mit Helium füllen, in Kisten stecken, die dann von ihren Partner geöffnet werden und die Ballons so herausfliegen. Ich hab auch schon ein Video gesehen in dem eine Frau ihren Mann mit verbundenen Augen Babybrei essen hat lassen, um ihm von ihrer Schwangerschaft zu erzählen.
Ja, und dann gibt es eben mich.

Jetzt muss ich mich doch noch kurz vorm Urlaub melden: Es geht endlich los, dass ich die beiden spüre. Sehr deutlich spüre! Zum ersten Mal hat eines der beiden Mädchen richtig Radau gemacht. Es wird immer realer, dass wir Eltern werden. Schade nur, dass ich dieses Ereignis gerade mit keinem teilen kann…

Ich erkenne mich, meinen Körper und meine Psyche kaum wieder. Irgendwie ist alles anders seit ich schwanger bin. Es stimmt: Die Hormone spielen verrückt. Und noch etwas, was mir fast schon Angst macht. Ich habe Hunger! Richtig großen Hunger. Manchmal auch auf ganz bestimmte Dinge. Es ist so, als würde mir mein Körper Signale geben, was er jetzt braucht.


Diese Schwangerschaftshormone machen aus mir offensichtlich einen anderen Menschen. Ich bin viel vorsichtiger, nachdenklicher und furchtbar sensibel. Jetzt bekommt Chris das zu spüren. Wir planen unseren Urlaub und ich will diesmal keinen Abenteuerurlaub im entfernten Dschungel, sondern etwas ganz Solides.
So langsam spricht es sich rum, dass ich Zwillinge erwarte. Immer mehr Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollege wissen Bescheid. Und das Verrückte ist: Die Freude ist bei vielen verhalten. Statistisch gesehen, bekommt jede 80. Frau Zwillinge. Ehrlich gesagt, finde ich das weder wenig noch viel. Wahnsinnig ungewöhnlich ist es jedenfalls nicht. Außerdem kann jeder eine Geschichte aus dem Ärmeln zaubern, wen er mit Zwillingen kennt. Alles gut, höre ich mir gerne an. Aber es gibt eine Sache, die mich wahnsinnig nervt und das ist, wenn die Freude sehr verhalten ist. Und das kommt ziemlich oft vor.