
Es weihnachtet sehr und alle wollen nur das Eine. Über den Christkindlmarkt laufen und Glühwein trinken. Glühwein war noch nie so wirklich mein Getränk, nachdem ich mir mal als Jugendliche ein Gläschen zu viel gegönnt habe. Aber ein Jagertee würde ja auch gehen. Oder heißer Caipi. Oder, wie in meinem Fall, Kinderpunsch.

Eine Zwillingsschwangerschaft scheint nicht so easy zu sein. Ich wurde nun ja von der Kinderwunschklinik wieder zurück an meine Frauenärztin überwiesen und die macht jetzt schon ziemlich Stress. Wir haben die Termine für die nächsten Monate bereits im voraus festgelegt und zwar alle zwei Wochen. Der Grund: Doppelte Risikoschwangerschaft und um eine Hebamme soll ich mich auch schon kümmern… Echt jetzt!? Und dann wurde ich eines Besseren belehrt.
Langsam spielt sich alles ein. Wir sind ein ziemlich gutes Team, muss ich sagen. Alles klappt hervorragend. Mein Freund konnte sich nicht frei nehmen. Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, ist in der Bäckerei die Hölle los und deswegen bin ich Nachts ganz alleine. Aber das macht mir nicht wirklich was aus.
Puh, das war echt eine blöde Situation: Wir hatten diese Woche unsere Firmen-Weihnachtsfeier und ich musste ganz schön tricksen. Bei uns arbeiten 80 % Mädels und die haben echt feine Antennen. Wenn man da nicht mittrinkt, wird dir sofort eine Schwangerschaft unterstellt. Ich bin aber erst in der neunten Woche. Zu früh also, um darüber zu sprechen. Aber ich hatte eine echt gute Idee, wie ich aus der Nummer rauskam.
Nachdem ich in den letzten Wochen wahnsinnig oft beim Arzt war, ist gerade eine Ruhephase. Ich fühle mich mittlerweile so richtig schwanger. Mir ist insbesondere morgens übel und ich musste mich gestern und heute auch in der Früh übergeben… Außerdem bin ich total geruchsempfindlich. Ich kann unseren Müll nicht mehr riechen, mir graut es richtig davor, etwas in den Eimer zu werfen. Geschweige denn den Müll runterzubringen. Das muss jetzt Chris täglich tun.
Wenn mir früher über Geburt und Babys erzählt wurde, fand ich eine Sache sehr erschreckend: Das Baby ist da, man wird im Krankenhaus umsorgt und gepflegt, ständig ist jemand da, der Fragen beantwortet oder hilft und dann muss man nach Hause. Alleine. Ohne Hebamme und Krankenhauspersonal. Der blanke Horror! Doch jetzt befinde ich mich in derselben Situation und kann es gar nicht erwarten.
Dieser Ultraschall war für meinen Mann der absolute Durchbruch. Und für mich rückt das Glück immer näher. Heute klopften im Ultraschall beide Herzchen und mein Mann und ich machen den ganzen Tag nichts anderes außer Freudensprünge. Allerdings war Chris zunächst doch leicht schockiert, als bei ihm der Groschen fiel, dass wir tatsächlich Zwillinge erwarten.