Alleinerziehend – zwischen Vorurteilen und Wirklichkeit ist für mich ein Thema, das mich immer wieder im Alltag begleitet. Ich habe kein Problem damit, alleinerziehend zu sein, und ich schäme mich auch nicht dafür. Mein Sohn und ich sind eng verbunden. Was mich zunehmend beschäftigt, ist etwas anderes: was andere Menschen mit dem Wort „alleinerziehend“ verbinden und welche Erwartungen, Vorurteile und Bewertungen damit einhergehen.
Care-Arbeit, Mental Load und das Gefühl, nie fertig zu sein
„Hast du schon die Kundenkarte abgegeben?“, rufe ich meinem Freund hastig zu, während er an der Kasse im Baumarkt seine Kreditkarte zückt. Gleichzeitig beobachte ich unsere Töchter, die in den kleinen Kinderautos vor den vollgepackten Einkaufswägen sitzen. Hoffentlich machen sie keinen Unfug. „Wenn es die Frauen nicht gäbe …“, sagt die Kassiererin – halb im Scherz, halb im Ernst – und grinst mir zu. Ich lächle vielsagend zurück. Denn was wie ein beiläufiger Kommentar klingt, trifft den Nerv unserer Zeit. Und ganz besonders meinen: Care-Arbeit und Mental Load liegen immer noch vor allem bei uns Mamas.


